Imitation oder Immitation?

Richtig: Imitation

Eine Methode, die Kindern beim Erlernen der Rechtschreibung helfen soll, besteht darin, sie Silben klatschen zu lassen. Das Klatschen und Mitsprechen soll erkennen helfen, ob zum Beispiel Doppelkonsonanten enthalten sind oder nicht. Aber Hand aufs Herz: Wie würden Sie Imitation dann schreiben? I-mi-ta-tion … oder Im-mi-ta-tion?

Irritierende Doppelung

Tatsächlich werden die meisten Fremd- und Lehnwörter, die das Deutsche aus dem Lateinischen übernommen hat und die mit der Vorsilbe „im-“ beginnen, mit einem Doppel-m geschrieben. Das gilt für die Immigration ebenso wie für die immense Immoralität. Dies liegt allerdings daran, dass die Vorsilbe hier auf ein Grundwort trifft, das gleichfalls mit „m“ beginnt. Trennen müsste man also: Im-migration, Im-moralität, im-mens usw. Bei der Imi-tation ist dies nicht der Fall.

Du sollst dir kein (falsches) Bildnis machen

Imitieren – das Wort ist verwandt mit dem lateinischen „imago“, das wir mit „Bild“ übersetzen. Es trägt die romanische Endsilbe „-ieren“, die im Deutschen immer betont erscheint, was eine gewisse Vernachlässigung der unbetonten Wortteile nach sich zieht. Vielleicht hilft es daher, sich mit dem Begriff „Imitativ“ vertraut zu machen – damit wird in der Sprachwissenschaft ein nachahmendes Verb bezeichnet. Und im Gegensatz zum „Imitatorischen“ wird hier tatsächlich auf der ersten Silbe betont.



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