Orthographie oder Ortographie?
Richtig: Orthografie (empfohlen) oder Orthographie (toleriert)
Der Begriff „Orthografie“ bedient sich bei einer alten Sprache: Er setzt sich aus dem griechischen „orthós“ (aufrecht, recht, richtig) und „gráphein“ (schreiben) zusammen.
„ph“ wird zu „f“; „th“ bleibt erhalten
In Mode kam die Orthografie im 15. Jahrhundert, als man über die rechte Schreibung von Wörtern noch so richtig herzhaft streiten konnte. Eine annähernd vergleichbar aufgeregte Auseinandersetzung brachte die jüngste Rechtschreibreform. Seit diese offiziell beendet ist, wird vom Dudenverlag die Schreibung „Orthografie“ empfohlen. Als Gelehrter könnte man hierin eine gewisse Diskriminierung des Lateinischen gegenüber dem Griechischen erkennen. Als Normalsterblicher wird man vielleicht dazu verführt, nun auch das überflüssige „h“ streichen zu wollen und „Ortografie“ zu schreiben. Doch das Aufrichtige verhält sich orthodox; das „th“ bleibt daher in der Orthografie ebenso an seinem Platz wie beim Orthopäden.
Ausnahmen bestätigen die Regel
Die Schreibung „-graf“ wird auch für andere Fremdwörter empfohlen. Nur das Graphem und der Graph unterscheiden sich weiterhin vom adligen Grafen, der sich – zumindest der Wortherkunft nach – in der Rechtschreibung eigentlich besonders gut auskennen müsste.