standhalten oder Stand halten? Getrennt oder zusammen?

Richtig: standhalten

Was hält man, wenn man einer Sache standhält? Nichts. Im Gegenteil: Man lässt alles an sich vorüberziehen. Wie ein Baum einem heftigen Sturm standhält, erweist man sich als standfest, bleibt stehen, auch wenn die ganze Welt versucht, einen umzuwerfen. Wenn standhalten aber bedeutet, die Stellung zu wahren, warum wird es dann zusammengeschrieben?

Paragrafenreiterei …

Formal gesehen finden wir die Antwort in § 34 Absatz 3 der amtlichen Regelung der deutschen Rechtschreibung. Diesem Paragrafen zufolge werden nämlich Zusammensetzungen aus Substantiv und Verb zusammengeschrieben, wenn das jeweilige Substantiv seine Eigenschaft als selbstständiges Substantiv (weitgehend) verloren hat. Dazu gehören Verbindungen wie zum Beispiel „eislaufen“, „kopfstehen“, „stattfinden“ oder eben auch „standhalten“. In der vom Duden aufgestellten Regel K47 werden zudem Wendungen genannt, bei denen die Bedeutung des Substantivs „verblasst“ ist – so zum Beispiel in „teilnehmen“.

… oder Festhalten am Nichts?

Fürs Standhalten bedeutet dies, dass wir zur Ausgangsfrage zurückkehren: Denn wer einer Sache standhält, der hält tatsächlich nichts in Händen, klammert sich nirgendwo fest und hält der Sache nichts entgegen als seine Willenskraft und/oder Beständigkeit. Darum sagen wir ja auch nicht: Er hielt den Stand. Sondern: Er hielt der Sache stand. Und schreiben entsprechend zusammen.



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