Benotung der Abschlussarbeit
Die Abschlussarbeit stellt in der Regel die letzte zu erbringende Studienleistung dar, deren Benotung für den Erfolg des Studiums eine wichtige Rolle spielt. Die Bewertung der Arbeit ist subjektiv, sie orientiert sich aber an weitgehend allgemein akzeptierten Kriterien und formalen Vorgaben.
Was wird bewertet?
Bewertet werden sowohl formale wie auch inhaltliche und sprachliche Aspekte der Arbeit.
Zu den formalen Kriterien zählen etwa die Einheitlichkeit und Korrektheit der Zitierweise im Text sowie die Vollständigkeit der Bibliographien im Literaturverzeichnis. Auch die Gliederung der Arbeit wird bewertet in Hinblick auf den logischen Aufbau, sinnvoll gewählte Einteilungen und die Einheitlichkeit der Gliederungsebenen. Die Einhaltung formaler Vorgaben (Seitenzahl, Zeilenabstand, Schriftgröße…) kann ebenfalls in die Bewertung einfließen. Die verwendete Literatur wird bewertet in Hinblick auf Umfang, Aktualität und gegebenenfalls Seriösität (vor allem bei Internetquellen). Bei empirischen Arbeiten wird auch beurteilt, ob die verwendeten Methoden für die angegebenen Ziele sinnvoll gewählt und ob sie richtig angewendet und dokumentiert worden sind.
Inhaltlich wird vor allem bewertet, ob die Ansichten der zitierten Autoren und die dargestellten Theorien richtig wiedergegeben werden, ob die Argumentation schlüssig und einleuchtend ist, ob der Student eigenständig mit der verwendeten Literatur umgegangen ist und ob die Arbeit innovativ ist, das heißt neue Ideen enthält und über die reine Darstellung bekannter Theorien und Meinungen hinausgeht. Eine Rolle spielt auch, ob die Arbeit einen roten Faden aufweist, das heißt, dass beispielsweise in der Einleitung aufgeworfene Fragen am Schluss beantwortet sein sollten. Auch die Themenwahl kann Auswirkungen auf die Bewertung haben, weil das Thema den Schwierigkeitsgrad der Arbeit und die notwendige Eigenleistung mitbestimmen kann.
Sprachlich wird Wert gelegt auf eine sachliche und nicht umgangssprachliche Ausdrucksweise. Fachbegriffe sollten korrekt angewendet werden. Gravierende Mängel im Bereich Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung können zu einer Verschlechterung der Note führen.
Wer bewertet die Abschlussarbeit?
Es gibt in den meisten Fällen einen Erstgutachter und einen Zweitgutachter. Den Erstgutachter bestimmt normalerweise der Student. Der Erstgutachter (oder Erstprüfer) ist auch für die Betreuung des Studenten während der Anfertigung der Arbeit zuständig. Der Zweitgutachter wird teilweise vom Prüfungsamt zugewiesen, teilweise kann oder muss der Student den Zweitgutachter auch selbst auswählen. Der Gutachter ist in aller Regel ein hauptamtlich Lehrender, der sich zumindest grob mit dem Themenbereich der Abschlussarbeit auskennt.
Der Erstgutachter fertigt ein Gutachten an, in dem er seine Bewertung der Arbeit darstellt und eine Note vergibt. Das Gutachten enthält einen Kommentar zu jedem Kapitel der Arbeit und abschließend eine Gesamtbeurteilung. Der Zweitprüfer kann ein eigenes Gutachten erstellen und eine eigene Note vergeben. Häufig ist dem Zweitprüfer allerdings das Gutachten des Erstprüfers bekannt und es ist üblich, dass er die Bewertung und die Note des Erstprüfers bestätigt, wenn er in seiner eigenen Einschätzung der Arbeit nicht stark von der Einschätzung des Erstgutachters abweicht. Bei weniger als einer Note Unterschied wird ein Mittelwert gebildet. Gibt es einen Bewertungsabstand zwischen Erst- und Zweitgutachten von mehr als einer ganzen Note, wird ein dritter Gutachter hinzugezogen.
Welche Noten gibt es?
Es werden Noten zwischen 1,0 und 4,0 vergeben. Eine Arbeit, die eine schlechtere Note als 4,0 erzielt, wird als nicht bestanden gewertet. Üblich sind die Notenschritte 1,0 (sehr gut), 1,3 (sehr gut minus), 1,7 (gut plus), 2,0 (gut), 2,3 (gut minus) und so weiter bis 4,0 (ausreichend).
Welchen Einfluss hat die Note der Abschlussarbeit auf die Gesamtnote?
Der Einfluss der Abschlussarbeitsnote auf die Gesamtnote hängt vom jeweiligen Studiengang ab. In den Magister- und Diplomstudiengängen macht die Abschlussarbeit den größten Teil der Gesamtnote aus. Die Bachelorstudiengänge dagegen setzen sich aus verschiedenen Modulen zusammen. Für jedes Modul gibt es eine Note, die zur Gesamtnote beiträgt. Die Note für die Bachelorarbeit hat dadurch einen recht geringen Anteil an der Gesamtnote.
Allerdings sind dies nur Tendenzen. Es gibt keine einheitlichen Regelungen, welchen Anteil die Note der Abschlussarbeit an der Gesamtnote hat, dies lässt sich letztlich nur der jeweiligen Prüfungsordnung eindeutig entnehmen.